Startzeitenfreies Spiel

Es gibt kaum ein Thema, welches so kontrovers diskutiert wird wie das der Startzeiten und ob es besser, bequemer, praktischer oder ökonomischer ist als ein Spiel frei von Startzeiten. So oder so können wir nach der über einjährigen Erfahrung mit Startzeiten sagen, dass beide „Systeme“ funktionieren und es auf beiden Seiten deutliche Vor- und Nachteile gibt.

Übrigens wurde diese Diskussion bereits mehrfach in der Vergangenheit geführt. Die Mitgliederversammlung, als das höchste Gremium unseres Clubs, hat mehrmals Anträge auf Einführung von Startzeiten abgelehnt.
Nach der Ankündigung vor zwei Wochen, die Startzeiten, die wir aufgrund der gesetzlichen Rückverfolgungspflicht einführen mussten, wieder aufzulösen, haben wir von vielen Mitgliedern Feedback erhalten und möchten dieses auf diesem Wege aufgreifen.

Wie Sie alle wissen, musste aufgrund der Pandemie in fast allen Bereichen des öffentlichen Lebens – der Kultur, der Gastronomie, in den Freizeit- und Sportstätten eine Rückverfolgbarkeit der Personen gewährleistet werden – wenn man denn überhaupt öffnen durfte. Aus diesem Grund mussten wir ein Startzeitensystem einführen. Satzungsgemäß waren wir nur deshalb dazu legitimiert, weil uns höherrangiges Recht in Form der CoronaSchVO des Landes NRW dazu zwang, um den Spielbetrieb überhaupt organisieren zu können. Mit Wegfall dieses Zwangs musste also folgerichtig auch der Status quo ante wieder hergestellt werden; d.h. das satzungsgemäße Recht jedes Mitgliedes auf ein uneingeschränktes Spiel durch Aufhebung des Startzeitensystems wieder zu gewährleisten.

Über die gesamte Zeit der Pandemie konnten wir sowohl die Corona Vorschriften einhalten als auch den Spielfluss steuern. Auch andere positive Effekte hatte das Startzeitensystem. Man kann durchaus sagen, dass durch die Startzeiten und das Sichtbarmachen der Spielerinnen und Spieler im sogenannten Timetable eine Begegnung, besonders der neuen Mitglieder leichter stattgefunden hat. Trotz des Grundsatzes der Corona Abstandsregelung hat somit schon ein Zusammentreffen vor der Runde stattgefunden, da im Vorfeld per Onlinebuchung oder per Telefon eine fixe Startzeit vergeben wurde. Allerdings hat das Timetable System auch erhebliche Kosten verursacht. So kamen allein ca. 5.000,- € an Technikkosten hinzu und im Sekretariat ein deutlicher Mehraufwand von etwa 40 Stunden pro Woche.

Auf der anderen Seite gibt es das Recht der Mitglieder auf ein uneingeschränktes und spontanes Spielen, ohne sich auf eine feste Startzeit festlegen zu müssen. Sicherlich ist das startzeitenfreie Spiel im Golfclub Rhein-Sieg sogar als ein Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu anderen Golfclubs in der Umgebung zu betrachten. Denn dort funktioniert ein solches startzeitenfreies System nicht ohne Weiteres, da ein hoher Spiel- und nicht zuletzt auch Greenfee- und Gästespielbetrieb nicht anders zu bewerkstelligen ist. Im Umkehrschluss werden viele betreibergeführte Clubs verleitet aus kommerziellen Gründen über ein Startzeitensystem eine volle Auslastung zu erzielen. Für betreibergeführte Anlagen ist es sogar ein wirtschaftliches Muss eine hohe Auslastung zu erreichen, da ohne diese keine Profite erzielt werden können. Spätestens das ist keine Absicht unseres Clubs und es gibt sicher viele Mitglieder unter uns, die besonders wegen diesem Alleinstellungsmerkmal unseren Club ausgesucht oder deswegen zu uns gewechselt haben.

Ebenfalls schätzen viele Mitglieder eine ungezwungene Anreise zu uns, ohne in Zeitdruck zu geraten die gebuchte Startzeit pünktlich wahrzunehmen und verbinden mit unserem Club eine ruhige und entspannte Atmosphäre.

Nun haben wir seit knapp zwei Wochen wieder das alte System. Und natürlich wissen wir auch um die Nachteile. So versuchen wir über den Einsatz unserer Marshalls besonders an Tee 1 ein „Gedränge“ zu vermeiden oder zu entzerren. Auch ein frühes Aufspielen auf das vordere Flight wird durch den Start mit Marshalls nicht vorkommen.

Positiv ist sicherlich auch, dass man auch beim Damen,- Herren-, und Championsgolf nun wieder eine Lücke finden kann, um auch an diesen Wochentagen mittags oder nachmittags zu spielen. Natürlich gibt es noch viele weitere Pros & Kontras und wir möchten uns an dieser Stelle für das durchweg konstruktive Feedback aus den Kreisen der Mitglieder ganz herzlich bedanken.

Wir werden die Entwicklung in den nächsten Wochen sehr genau beobachten und auch insbesondere im Hinblick auf die oben erwähnten Nachteile Gegenmaßnahmen zum Ausgleich einleiten.

 

Ihr GCRS Team

 

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